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Woher kommen eigentlich die Flecken auf der Fleckviehkuh?

27. Mai 2026 durch
Woher kommen eigentlich die Flecken auf der Fleckviehkuh?
Pickl Lisa

Kaum ein Rind ist so unverwechselbar wie das Fleckvieh: braune oder rote Flecken auf weißem Fell, jedes Tier mit einem ganz eigenen Muster. Doch hast Du Dich schon einmal gefragt, woher diese Flecken eigentlich kommen? Sind sie Zufall oder steckt mehr dahinter?

Tatsächlich sind die typischen Flecken der Fleckviehkühe echte Meisterwerke der Genetik.

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Flecken mit System: Die Rolle der Gene

Die Fellzeichnung einer Fleckviehkuh wird vererbt. Verantwortlich dafür ist unter anderem die sogenannte Scheckungs-Genetik – insbesondere das sogenannte KIT-Gen. Dieses Gen beeinflusst, ob und an welchen Stellen Pigmentzellen gebildet werden.

Das Ergebnis: pigmentierte Fellbereiche wechseln sich mit weißen Stellen ab. Deshalb gleicht keine Kuh der anderen und jede trägt ihr individuelles Muster.

Wie entstehen die weißen Stellen?

Die spannende Arbeit beginnt bereits im Embryonalstadium. Während sich das Kalb entwickelt, wandern sogenannte Melanozyten – also Farbstoffzellen – vom Rücken in Richtung Bauch.

Bei einfarbigen Tieren erreichen diese Zellen nahezu alle Hautbereiche. Beim Fleckvieh verläuft dieser Prozess jedoch nicht überall gleichmäßig. An manchen Stellen stoppen die Melanozyten oder gelangen gar nicht erst dorthin. Genau dort bleibt das Fell weiß.

Die braunen oder roten Bereiche zeigen also jene Stellen, an denen Pigmentzellen angekommen sind – die weißen Flächen markieren Bereiche ohne Pigmentierung.

Jede Kuh ist ein Unikat

Ob große Flecken, kleine Tupfen oder markante Zeichnungen im Gesicht: Die Verteilung der Flecken ist genetisch beeinflusst, aber niemals komplett identisch. Deshalb besitzt jede Fleckviehkuh ihr ganz persönliches Muster – fast wie ein Fingerabdruck.

Gerade das macht Fleckvieh für viele Menschen so besonders und unverwechselbar.

Auch evolutionsbiologisch könnten die Muster eine Rolle gespielt haben. Forschende vermuten, dass das Wechselspiel aus hellen und dunklen Flächen in freier Wildbahn zur Tarnung diente.

Licht und Schatten ließen die Konturen der Tiere verschwimmen und erschwerten Raubtieren das Erkennen der Herde. Ob das tatsächlich der Hauptgrund war, ist zwar nicht vollständig geklärt – faszinierend ist die Vorstellung aber allemal.