Die Gesundheit und Fruchtbarkeit von Milchkühen sind entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebs. Eine präzise Brunsterkennung und eine frühzeitige Erkennung von Gesundheitsproblemen können den Unterschied zwischen Verlusten und einer effizienten Milchproduktion ausmachen. Die Lely Responder bieten Landwirten moderne Möglichkeiten zur Überwachung des Kuhverhaltens. Doch wie funktioniert das System genau, und welche Vorteile bietet es in der Praxis?
Unser Herdenmanager Daniel Wild erklärt, warum dieses System eine wertvolle Unterstützung im Stall sein kann.
Was sind Responder und welche Daten werden erfasst?
Daniel: Responder sind im Großen und Ganzen in ein Gehäuse verpackte Sensoren, die verschiedene Parameter der Kuh erfassen und kontinuierlich Daten in das Herdenmanagementprogramm Horizon übertragen. Die wichtigsten Messwerte sind die Fressminuten, die Wiederkauaktivität und die allgemeine Bewegung. Diese Werte helfen dabei, Brunstsignale oder gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Als Beispiel: Brünstige Kühe haben eine erhöhte Aktivität jedoch sinkt ihre Fress- und Wiederkauaktivität. Über den entwickelten Algorithmus, erkennt das System genau, wann es sich um eine Brunst handelt und gibt dem Landwirt oder der Landwirtin eine Meldung, sollte sich die Brunst bestätigen. Wenn man die Horizon App hat, bekommt man auch gleich direkt eine Push-up Benachrichtigung. Das Programm erkennt natürlich auch gesundheitliche Probleme indem gewisse Daten einer eindeutig negativen Veränderung zuzuschreiben sind.
Horizon nutzt die speziellen Algorithmen, um aus diesen Parametern aussagekräftige Meldungen zu generieren. Das ermöglicht eine schnelle und gezielte Reaktion.
Welche Responder-Arten gibt es?
Daniel: Lely arbeitet mit zwei Herstellern zusammen: Allflex (Qwes HR-LDn) und Nedap (Qwes-ISO). Die Allflex-Responder sitzen in Höhe des Kaumuskels, während die Nedap-Responder tiefer am Hals angebracht sind. Je nach Modell werden unterschiedliche Mengen an Daten erfasst. Manche Responder bieten nur die Kuherkennung (diese ist unentbehrlich für Roboter Betriebe), während andere umfassende Gesundheits- und Brunstdaten messen können.
Qwes ISO
(NEDAP)
LDn Receiver (Zugehöriges Lesegerät/
Stallantenne)
Qwes HR-LDn
(Allflex)
LDn Controller (Zugehöriges Lesegerät/ Stallantenne)
Zu weiteren Infos unserer Responder
Welches Modell am besten passt, hängt von den Zielen des Betriebsleiters/der Betriebsleiterin ab. Die optimale Variante ist eine Kombination aus einem voll ausgestatteten Brunst-Erkennungssystem mit einem Lely Astronaut Melkroboter, denn der Roboter liefert zusätzliche Daten zur Milchqualität und Milchleistung, die ebenfalls wichtige Indikatoren für die Gesundheit und Reproduktion der Kühe sind. Ein Lely Astronaut wird grundsätzlich immer mit Respondern verkauft, da die Kuherkennung ausschließlich über dieses System erfolgt.
Wie werden die Daten ausgelesen?
Daniel: Die Datenauslese erfolgt auf zwei Arten. Variante eins wäre über den Melkroboter: Die Daten werden nur dann übertragen, wenn die Kuh den Roboter besucht. Das kann zu verzögerten Meldungen führen da die Daten der Responder nur zum Roboterbesuch ausgelesen werden. Variante zwei wäre über eine Antenne im Stall: Diese Methode ermöglicht ein kontinuierliches Datenmanagement in Echtzeit, da die erfassten Daten aus den Sensoren sofort über die Antenne in das Herdenmanagementprogramm übertragen und in weiterer Folge ausgewertet werden. Dadurch können Gesundheitsveränderungen und Brunstsignale sofort erkannt werden. Eine Antenne kann jederzeit nachgerüstet werden. Die Installation erfolgt durch einen Lely-Techniker, der auch sicherstellt, dass die Antenne optimal positioniert ist.
Welche betrieblichen Vorteile bringt das System?
Daniel: Es gibt viele Vorteile, die das Brunsterkennungssystem bzw. das Gesundheitsmonitoring über unsere Responder mit sich bringt.
- Frühzeitige Erkennung von Krankheiten: Das System hilft dabei, gesundheitliche Probleme schneller zu erkennen, was die Behandlung erleichtert und die Medikamentenkosten senkt.
- Verbessertes Reproduktionsmanagement: Der optimale Besamungszeitpunkt kann präziser bestimmt werden, wodurch sich die Zwischenkalbezeit verkürzt und die Milchproduktion effizienter wird.
- Unterstützung bei stillen Brünsten: Manche Kühe zeigen nur geringe Brunstanzeichen. Die Responder können helfen, solche Tiere besser zu erkennen und gezielt zu besamen.
- Erhöhte Flexibilität: Landwirte können ihre Kühe 24/7 überwachen, auch wenn sie nicht im Stall sind. Das schafft Flexibilität für sonstige Arbeiten am Betrieb.
- Optimale Kombination mit dem Melkroboter: Die Daten aus dem Lely Astronaut ermöglichen eine noch präzisere Gesundheitsüberwachung.
Welche Herausforderungen gibt es?
Daniel: Landwirte müssen sich anfangs in die Dateninterpretation einarbeiten. Das System liefert zahlreiche Informationen, welche in Horizon gesammelt und auf grafische benutzerfreundliche Art aufbereitet werden. Man muss die Grafiken verstehen um sie auch zu interpretieren, denn die Entscheidung, wie darauf reagiert wird, liegt letztlich beim Landwirt oder bei der Landwirtin und können auf die gesamte Herdengesundheit Auswirkungen haben.
Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Landwirte?
Daniel: Unser Herdenmanagement-Team unterstützt Betriebe dabei, die Daten optimal zu nutzen und ihre Herden noch effizienter zu managen. Die Erstinstallation des Systems wird im Rahmen der Startup-Betreuung begleitet. Hier zeigen wir, wie die Responder richtig am Halsband montiert werden und wie das Datenmanagement funktioniert.
Für die Selbstinstallation gibt es zudem eine detaillierte Anleitung, die wir gerne an unsere Landwirte weiter geben. Bei Fragen zu den Daten helfen wir gerne über das FMS Infotelefon weiter.
Für welche Betriebe eignet sich das System?
Das System ist für alle Betriebstypen geeignet. Gerade in kleineren, familiären Strukturen können Landwirte ihre Kühe gut individuell beobachten. In größeren Betrieben mit weniger Personal entlastet das System die Betriebsleiter. Unabhängig von der Größe des Betriebes oder die Betriebsstrukturen, ist ein Respondersystem immer eine zusätzliche Unterstützung.
Was ist dein Fazit?
Daniel: Unsere Responder bieten eine wertvolle Unterstützung für die Brunsterkennung und das Gesundheitsmonitoring in Milchviehbetrieben. Sie helfen Landwirten, ihre Herde effizienter zu managen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und die Reproduktionsrate zu verbessern. Das System ersetzt nicht das geschulte Auge des Landwirts, sondern dient als verlässlicher Assistent im Stall. Gerade in Zeiten steigender betrieblicher Herausforderungen kann diese Technologie ein entscheidender Vorteil auch aus wirtschaftlicher Sicht sein.
Hier geht's zur Responder Broschüre


